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Artikel: FI-Schalter löst aus: Ursache in fünf Schritten finden

Geöffneter Unterputz-Verteilerkasten mit Fehlerstromschutzschalter und Leitungsschutzschaltern auf der Hutschiene
Anleitung

FI-Schalter löst aus: Ursache in fünf Schritten finden

Ein Fehlerstromschutzschalter löst aus, wenn zwischen Hin- und Rückleiter eine Differenz von etwa 30 Milliampere entsteht — wenn also Strom irgendwo anders abfließt als über den Neutralleiter. Das ist keine Schikane, sondern genau seine Aufgabe. Die Frage ist nur: wo geht der Strom hin?

Die fünf häufigsten Ursachen

1. Ein defektes Gerät

Der häufigste Fall. Typische Kandidaten sind Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, Wasserkocher und Kaffeemaschine — überall dort, wo Wasser und Heizwendel zusammenkommen. Auch billige Netzteile fallen regelmäßig auf.

2. Feuchtigkeit in der Installation

Nach starkem Regen, im Keller oder in einer Außensteckdose reicht Kondenswasser aus. Solche Fehler sind tückisch, weil sie kommen und gehen. Ein Hinweis: der FI fällt bevorzugt nachts oder nach Wetterumschwung.

3. Ein Nagel oder eine Schraube in der Leitung

Wenn das Auslösen unmittelbar nach Bohren, Dübeln oder Möbelmontage begann, ist die Ursache fast immer mechanisch. Hier hört die Selbsthilfe auf — der Schaden muss lokalisiert und repariert werden.

4. Summierte Ableitströme

Der am häufigsten übersehene Fall. Jedes Gerät mit Entstörkondensator oder Schaltnetzteil hat einen kleinen, völlig zulässigen Ableitstrom — Wechselrichter, LED-Treiber, Computer, Ladegeräte. Einzeln ist keiner ein Problem. Hängen zwanzig davon an einem einzigen FI, kommt die Summe an die 30 Milliampere heran, und der FI fällt scheinbar grundlos.

Erkennungsmerkmal: kein einzelnes Gerät löst aus, aber die Kombination. Die Lösung ist keine Reparatur, sondern eine Aufteilung auf mehrere FI. In Neuanlagen wird ohnehin auf mehrere Kreise aufgeteilt, damit nicht das ganze Haus dunkel wird.

5. Ein Fehler im FI selbst

Selten, aber möglich, vor allem bei alten Geräten. Ein FI hat eine begrenzte Lebensdauer; die Prüftaste sollte halbjährlich betätigt werden. Löst er beim Drücken der Prüftaste nicht aus, ist er defekt und muss getauscht werden — dann schützt er im Ernstfall auch nicht.

Wenn sich der FI gar nicht mehr einschalten lässt

Dann liegt der Fehler dauerhaft an. Prüfen Sie zuerst, ob wirklich alle nachgelagerten Leitungsschutzschalter aus sind. Bleibt der FI auch dann draußen, ist entweder die Verdrahtung im Verteiler betroffen oder der FI selbst defekt.

Der klassische Verdrahtungsfehler

Wird der Neutralleiter eines Stromkreises versehentlich vor dem FI abgegriffen oder zwischen zwei FI-Gruppen vertauscht, sieht der FI eine Differenz, obwohl kein Fehler vorliegt. Das passiert typischerweise nach Umbauten im Verteiler. Symptom: der FI fällt, sobald ein bestimmter Stromkreis belastet wird, aber alle Geräte darin sind nachweislich in Ordnung.

Arbeiten an der Elektroinstallation

Das Errichten, Ändern und Instandsetzen elektrischer Anlagen ist nach DIN VDE 0105-100 einer Elektrofachkraft vorbehalten. Dieser Beitrag erklärt die Zusammenhänge und ersetzt keine Ausbildung. Vor jeder Arbeit gelten die fünf Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken.

Passendes Material

FI-Schutzschalter führen wir in 2- und 4-poliger Ausführung sowie als FI/LS-Kombination, die je Stromkreis einen eigenen Fehlerstromschutz ermöglicht — genau die Aufteilung, die summierte Ableitströme entschärft. Welcher Typ nötig ist, klärt der FI-Typ-Finder.

Schritt für Schritt

Werkzeug: Ggf. Isolationsmessgerät (Fachkraft)

  1. Alle Verbraucher trennen. Sämtliche Geräte aus den Steckdosen ziehen, die dem ausgelösten FI zugeordnet sind — auch Ladegeräte, Waschmaschine und Herd.
  2. FI wieder einschalten. Lässt er sich jetzt einschalten, liegt der Fehler an einem Gerät. Bleibt er draußen, liegt er in der festen Installation.
  3. Stromkreise einzeln zuschalten. Alle dem FI nachgeschalteten Leitungsschutzschalter ausschalten und einzeln wieder zuschalten. Der Stromkreis, bei dem der FI erneut fällt, ist der betroffene.
  4. Geräte einzeln einstecken. Im verdächtigen Stromkreis die Geräte nacheinander einstecken und einschalten. Bei welchem der FI fällt, ist das defekte.
  5. Ohne Einzeltäter weitersuchen. Fällt der FI nur bei mehreren gleichzeitig laufenden Geräten, summieren sich zulässige Ableitströme. Dann hilft nur, die Stromkreise auf mehrere FI aufzuteilen.

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