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Kabelquerschnitt berechnen

Der Rechner prüft beide Bedingungen, die über den Querschnitt entscheiden: die Strombelastbarkeit nach VDE 0298-4 und den zulässigen Spannungsfall nach DIN 18015-1. Maßgeblich ist immer die strengere von beiden.

Orientierung, keine Planung. Die Ergebnisse ersetzen weder die Bemessung noch die Prüfung durch eine Elektrofachkraft nach DIN VDE 0100. Errichtung und Änderung elektrischer Anlagen sind einer Fachkraft vorbehalten. Sonderfälle wie Parallelverlegung, thermisch kritische Häufung, Erdverlegung, Kurzschlussschutz und Abschaltbedingung sind hier nicht abgebildet.

Warum zwei Bedingungen über den Querschnitt entscheiden

Ein Querschnitt muss zwei Dinge gleichzeitig können. Erstens den Strom führen, ohne sich unzulässig zu erwärmen — das regelt die Strombelastbarkeit nach VDE 0298-4. Zweitens den Strom über die Leitungslänge transportieren, ohne dass am Ende zu wenig Spannung ankommt — das regelt der Spannungsfall.

Bei kurzen Leitungen entscheidet fast immer die Belastbarkeit. Ab etwa 20 bis 30 Metern kippt es: dann wird der Spannungsfall maßgeblich, und der Querschnitt muss größer ausfallen, als die Strombelastbarkeit allein verlangen würde. Genau deshalb rechnet dieser Rechner beides und nennt die jeweils strengere Anforderung.

Was die Verlegeart ändert

Eine Leitung, die frei in der Luft hängt, gibt ihre Wärme deutlich besser ab als eine, die im Installationsrohr unter Putz sitzt. Die Norm bildet das über Verlegearten ab:

  • B2 — mehradrige Leitung im Rohr oder Kanal auf der Wand. Der übliche Fall in der Hausinstallation und der ungünstigste der drei.
  • C — Leitung direkt auf der Wand verlegt, ohne Rohr.
  • E — mehradrige Leitung frei in Luft, etwa auf einer Kabelrinne.

Häufung: der am häufigsten vergessene Faktor

Liegen mehrere belastete Stromkreise nebeneinander im selben Rohr oder auf derselben Trasse, heizen sie sich gegenseitig auf. Schon bei drei Stromkreisen sinkt die zulässige Belastbarkeit auf 70 Prozent. Wer das übergeht, legt die Leitung systematisch zu knapp aus — und der Leitungsschutzschalter schützt dann nicht mehr zuverlässig vor Überlast.

Und der Leitungsschutzschalter?

Der Leitungsschutzschalter schützt die Leitung, nicht das Gerät. Sein Nennstrom muss deshalb unter der Belastbarkeit der Leitung liegen und über dem Betriebsstrom des Verbrauchers. Der Rechner nennt den größten passenden Wert. Die Auslösecharakteristik B, C oder D entscheidet zusätzlich über das Verhalten bei Einschaltströmen — dazu steht mehr im Ratgeber zur Auslösecharakteristik.