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Artikel: FI-Typ A, F oder B: welcher RCD bei Wallbox, PV und Wärmepumpe

Wallbox an der Außenwand eines Wohnhauses mit Photovoltaikanlage auf dem Dach
FI-Schutzschalter

FI-Typ A, F oder B: welcher RCD bei Wallbox, PV und Wärmepumpe

Ein Fehlerstromschutzschalter misst die Differenz zwischen hin- und zurückfließendem Strom. Wie gut er das kann, hängt von der Form des Fehlerstroms ab. Genau darum gibt es Typen.

Die Typen der Reihe nach

  • Typ AC erfasst nur reine Wechselfehlerströme. In Deutschland darf er nach DIN VDE 0100-530 nicht mehr verwendet werden. Das ist eine nationale Festlegung — international lässt die IEC ihn weiterhin zu, weshalb er im Handel noch auftaucht. Bestandsanlagen müssen nicht umgerüstet werden, bei Änderung oder Erweiterung aber schon.
  • Typ A erfasst zusätzlich pulsierende Gleichfehlerströme. Für normale Endstromkreise ist er der Regelfall.
  • Typ F ist Typ A plus Mischfrequenzen bis etwa 1 kHz, zusätzlich kurzzeitverzögert. Gedacht für Verbraucher hinter einphasigen Frequenzumrichtern: moderne Waschmaschinen, Trockner, kleine Wärmepumpen. Die Verzögerung reduziert Fehlauslösungen spürbar. Glatte Gleichfehlerströme verträgt er nur bis etwa 10 mA.
  • Typ B ist allstromsensitiv, erfasst also auch glatte Gleichfehlerströme. Nötig bei dreiphasigen Frequenzumrichtern und überall dort, wo Gleichfehlerströme entstehen können und keine andere Überwachung greift.
  • Typ B+ erweitert Typ B auf Frequenzen bis 20 kHz und wird für den vorbeugenden Brandschutz eingesetzt.

Warum ein Typ A an der falschen Stelle gefährlich ist

Ein glatter Gleichfehlerstrom von wenigen Milliampere magnetisiert den Summenstromwandler eines Typ A vor. Der Wandler geht in die Sättigung und kann die Differenz nicht mehr messen. Der RCD löst dann auch bei einem echten, lebensgefährlichen Fehlerstrom nicht mehr aus — und zwar ohne jedes Anzeichen. Der Schutz fällt lautlos aus. Das ist der Grund, warum die Typenfrage keine Komfortfrage ist.

Wallbox

DIN VDE 0100-722 verlangt für jeden Anschlusspunkt einen eigenen RCD mit höchstens 30 mA. Für den Gleichfehlerstromschutz gibt es zwei Wege:

  • Die Ladeeinrichtung hat eine integrierte Gleichfehlerstromerkennung (RDC-DD, 6 mA) nach IEC 62955. Dann genügt davor ein RCD vom Typ A. Die meisten aktuellen Wallboxen können das — es muss aber im Datenblatt stehen.
  • Sie hat sie nicht. Dann gehört ein Typ B davor.

Im Zweifel gilt: kein ausdrücklicher Nachweis im Datenblatt, dann Typ B. Der Preisunterschied ist gegenüber dem Risiko unerheblich.

Photovoltaik

Hier hält sich die Faustregel „trafoloser Wechselrichter, also Typ B" hartnäckig — und sie ist in dieser Pauschalität falsch. Nach DIN VDE 0100-712 ist Typ B nötig, wenn der Wechselrichter glatte Gleichfehlerströme erzeugen kann und keine eigene Überwachung mitbringt. Viele moderne trafolose Geräte haben eine integrierte Fehlerstromüberwachung; mit entsprechender Herstellererklärung genügt dann Typ A. Maßgeblich ist die Angabe des Wechselrichterherstellers, nicht die Bauart allein.

Wärmepumpe und Frequenzumrichter

Die Unterscheidung läuft über die Phasenzahl: einphasiger Umrichter — Typ F genügt. Dreiphasiger Umrichter — Typ B. Auch hier gilt: die Herstellerangabe zur Anschlussbedingung ist verbindlich, viele Geräte schreiben den Typ ausdrücklich vor.

30 mA, 300 mA und der Brandschutzschalter

Diese drei werden regelmäßig verwechselt:

  • 30 mA ist Personenschutz. Für Steckdosenstromkreise bis 32 A der Regelfall.
  • 300 mA ist Anlagenschutz gegen Isolationsfehler. Kein Standard für jede Anlage, sondern vorgesehen für Bereiche mit Brandgefahr nach DIN VDE 0100-420 und für landwirtschaftliche Betriebsstätten nach DIN VDE 0100-705.
  • Der Fehlerlichtbogen-Schutzschalter (AFDD), im Handel „Brandschutzschalter", erkennt Lichtbögen, keine Fehlerströme. In Deutschland ist er nach DIN VDE 0100-420 Abschnitt 421.7 empfohlen, nicht vorgeschrieben.

Arbeiten an der Elektroinstallation

Das Errichten, Ändern und Instandsetzen elektrischer Anlagen ist nach DIN VDE 0105-100 einer Elektrofachkraft vorbehalten. Dieser Beitrag erklärt die Zusammenhänge und ersetzt keine Ausbildung. Vor jeder Arbeit gelten die fünf Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken.

Passendes Material

Unsere FI-Schutzschalter gibt es als Typ A, als FI/LS-Kombination und mit 300 mA für die vorgelagerte Ebene. Wenn Sie unsicher sind, führt der FI-Typ-Finder in drei Klicks zur Antwort.

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