
Verteiler richtig dimensionieren: Teilungseinheiten berechnen
Ein Verteiler, der genau aufgeht, ist zu klein. Das ist keine Faustregel aus Bequemlichkeit, sondern die Erfahrung aus jeder Nachrüstung: Wallbox, Photovoltaik, Wärmepumpe und Brandschutzschalter landen alle im selben Kasten.
Die Teilungseinheit
Reiheneinbaugeräte sind auf ein festes Raster genormt. Eine Teilungseinheit misst 17,5 mm nach DIN 43880. Verteiler werden nach der Zahl dieser Plätze angegeben: ein Kasten „für 12 Module" hat eine Reihe mit 12 TE.
| Gerät | Breite |
|---|---|
| Leitungsschutzschalter 1-polig | 1 TE |
| Leitungsschutzschalter 3-polig | 3 TE |
| FI-Schutzschalter 2-polig | 2 TE |
| FI-Schutzschalter 4-polig | 4 TE |
| FI/LS kombiniert | 1 bis 2 TE |
| Überspannungsableiter Typ 2 | 1 bis 4 TE |
| Hauptschalter 4-polig | 4 TE |
Das sind marktübliche Werte, keine Normvorgabe. Verbindlich ist immer das Datenblatt des konkreten Geräts — es gibt FI/LS-Schalter mit nur einer Teilungseinheit ebenso wie Kombiableiter mit sechs.
Reserve einplanen
Für Wohngebäude sind 20 Prozent freie Teilungseinheiten nach der vollständigen Bestückung der übliche Ansatz. Bei Neubauten mit absehbarer Ladeinfrastruktur oder Photovoltaik sind 30 Prozent die vernünftigere Wahl — eine Wallbox mit Vorsicherung, FI Typ B und Steuerleitung belegt schnell sechs bis acht Teilungseinheiten.
Was der Platzbedarf nicht abbildet
Ein Verteiler kann rechnerisch passen und trotzdem unbrauchbar sein:
- Verlustleistung. Jedes Gerät gibt Wärme ab. In einem eng bestückten, geschlossenen Kunststoffgehäuse summiert sich das und beeinflusst die Belastbarkeit der Geräte selbst.
- Verdrahtungsraum. Sammelschienen, Klemmen und der Verdrahtungskanal brauchen Platz. Wer bis auf den letzten Millimeter bestückt, bekommt den Deckel nicht mehr zu.
- Aufteilung der FI-Kreise. Ein einziger FI für das ganze Haus bedeutet, dass bei jedem Fehler alles dunkel wird. Und er sammelt die Ableitströme aller Geräte — der häufigste Grund für scheinbar grundloses Auslösen.
- Zugänglichkeit. Die oberste Reihe eines fünfreihigen Verteilers in 2 m Höhe bedient sich schlecht.
Aufputz oder Unterputz
Unterputzverteiler verschwinden in der Wand und brauchen eine ausreichend tiefe Nische — im Altbau oft der eigentliche Knackpunkt, vor allem bei tragenden Wänden. Aufputzverteiler sind schneller montiert und in Keller, Garage und Technikraum der Regelfall. Für feuchte Umgebungen gibt es sie bis IP 65.
Den Bedarf ausrechnen
Der Verteiler-Rechner nimmt Ihnen das Zählen ab: Geräte eintragen, Reserve wählen, und er nennt die passende Reihenzahl samt lieferbarer Kästen.
Arbeiten an der Elektroinstallation
Das Errichten, Ändern und Instandsetzen elektrischer Anlagen ist nach DIN VDE 0105-100 einer Elektrofachkraft vorbehalten. Dieser Beitrag erklärt die Zusammenhänge und ersetzt keine Ausbildung. Vor jeder Arbeit gelten die fünf Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken.
Passendes Material
Unsere Verteilerkästen gibt es als Aufputz-Ausführung in IP 30, IP 40, IP 55 und IP 65 sowie als Unterputzverteiler. Passend dazu Verteilerbauzubehör wie Phasenschienen und Klemmen.

