Strombelastbarkeit von Leitungen — Tabelle nach VDE 0298-4
Wie viel Ampere darf ein Querschnitt tragen? Die Tabelle rechnet Verlegeart, Häufung und Umgebungstemperatur gleich mit ein und nennt zu jedem Querschnitt den größten zulässigen Leitungsschutzschalter.
Orientierung, keine Planung. Die Ergebnisse ersetzen weder die Bemessung noch die Prüfung durch eine Elektrofachkraft nach DIN VDE 0100. Errichtung und Änderung elektrischer Anlagen sind einer Fachkraft vorbehalten. Sonderfälle wie Parallelverlegung, thermisch kritische Häufung, Erdverlegung, Kurzschlussschutz und Abschaltbedingung sind hier nicht abgebildet.
Wie die Werte zustande kommen
Die Grundwerte stammen aus VDE 0298-4 Tabelle 3 und gelten für Kupferleiter mit PVC-Isolierung bei 30 Grad Umgebungstemperatur und einem einzelnen Stromkreis. Weicht die Situation davon ab, werden zwei Faktoren aufgeschlagen:
- Häufungsfaktor (Tabelle 21) — mehrere belastete Stromkreise nebeneinander heizen sich gegenseitig auf.
- Temperaturfaktor (Tabelle 17) — im warmen Dachboden trägt dieselbe Leitung weniger als im kühlen Keller.
Beide Faktoren werden multipliziert. Drei Stromkreise nebeneinander bei 40 Grad ergeben 0,70 × 0,87 = 0,61 — die Leitung darf dann nur noch 61 Prozent ihres Tabellenwerts führen.
Belastete Adern zählen, nicht alle Adern
Bei einer NYM-J 3×1,5 sind zwei Adern belastet (L und N), der Schutzleiter zählt nicht mit. Bei einer NYM-J 5×2,5 im Drehstromkreis sind es drei (L1, L2, L3). Der Neutralleiter zählt bei symmetrischer Last ebenfalls nicht — bei hohem Oberschwingungsanteil dagegen schon.
Der Leitungsschutzschalter folgt der Leitung
Die letzte Spalte nennt den größten Leitungsschutzschalter, der zu dieser Belastbarkeit passt. Die Regel dahinter: Betriebsstrom ≤ Nennstrom des Schutzorgans ≤ Belastbarkeit der Leitung. Ein B16 an einer 1,5 mm² im Rohr mit drei belasteten Adern ist grenzwertig, sobald Häufung oder Wärme dazukommen.